Gemüse unter Wasserhahn abwaschen
Foto von Miriam Alonso @pexels.com

Berliner Trinkwasser – sauber, sicher und mit kleinen Extras noch besser

Berlin zählt zu den Städten mit der besten Trinkwasserqualität Deutschlands. Das Wasser, das in unseren Wohnungen aus dem Hahn fließt, stammt überwiegend aus regionalen Grundwasservorkommen und wird von den Berliner Wasserbetrieben (BWB) streng überwacht.

Dennoch tauchen in den Medien immer wieder Meldungen über Chemikalienrückstände, PFAS oder Medikamentenspuren auf. Grund genug, das Thema einmal genauer zu beleuchten – und zu zeigen, was wir als Vermieter bereits für sicheres Trinkwasser tun.

Wie gut ist das Berliner Leitungswasser wirklich?

Nach aktuellen Analysen erfüllt das Berliner Trinkwasser alle Grenzwerte der deutschen Trinkwasserverordnung deutlich.

Der Nitratwert liegt im Schnitt bei nur 2,9 mg/l (Grenzwert: 50 mg/l).
Blei, Kupfer, Nickel und Eisen liegen weit unter den erlaubten Werten.
Das Wasser enthält natürliche Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium, die zwar zu einer gewissen „Härte“ führen, aber für die Gesundheit unbedenklich und sogar nützlich sind.
Das Trinkwasser wird zu rund zwei Dritteln aus Grundwasser und zu einem Drittel aus sogenanntem Uferfiltrat gewonnen. Dabei wird Flusswasser aus Havel und Spree auf natürliche Weise durch Sand- und Kiesschichten gereinigt, bevor es in die Wasserwerke gelangt.

Neue Erkenntnisse: Chemikalien und Medikamentenrückstände

In jüngster Zeit wurden in Berlin – wie auch in anderen Großstädten – Spuren sogenannter Mikroschadstoffe nachgewiesen. Dazu zählen:

PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) – umgangssprachlich „Ewigkeitschemikalien“.
Diese Stoffe sind in vielen Alltagsprodukten enthalten, etwa in Pfannenbeschichtungen, Outdoor-Textilien, Verpackungen oder Löschschäumen. Sie sind extrem langlebig und können sich in der Umwelt anreichern.
In Berlin wurden PFAS an mehreren Stellen im Grund- und Trinkwasser festgestellt, u. a. in Proben der Berliner Wasserbetriebe.
Der Tagesspiegel berichtete von einem Messwert von 29,6 Nanogramm pro Liter (ng/l) – das liegt unterhalb der künftig geltenden Grenzwerte, aber zeigt, dass das Thema auch hier relevant ist.
Medikamentenrückstände wie Schmerzmittel, Hormone oder Blutdrucksenker können ebenfalls in Spuren auftreten. Diese gelangen über Abwässer in Flüsse und ins Uferfiltrat. Die Mengen sind jedoch so gering, dass keine akute Gesundheitsgefahr besteht.
Laut der Forschungsplattform Kompetenz Wasser Berlin und der Constructor University Bremen sind diese Rückstände derzeit nur im Spurenbereich nachweisbar und liegen weit unter bekannten Risikogrenzen. Dennoch gilt: Die Stoffe sind persistent, also kaum abbaubar – daher wird ihre Reduzierung in Zukunft noch wichtiger.

 
Ist das bedenklich?

Nach aktuellem Stand nein – das Berliner Trinkwasser bleibt uneingeschränkt trinkbar.
Die gemessenen Konzentrationen sind so gering, dass sie keine unmittelbare Gesundheitsgefahr darstellen.

Allerdings weisen Umweltmediziner darauf hin, dass PFAS und ähnliche Stoffe langlebig sind und sich bei langfristiger Belastung im Körper ansammeln können.
Sie stehen im Verdacht, bei hoher Exposition Leber, Schilddrüse, Immunsystem oder Fruchtbarkeit zu beeinflussen.

Deshalb reagiert die Gesetzgebung:

Ab 2026 sollen in Deutschland neue Grenzwerte für PFAS gelten („Summe PFAS-20“ = 100 ng/l, „Summe PFAS-4“ = 20 ng/l).
Die Berliner Wasserbetriebe überwachen PFAS und andere Spurenstoffe bereits jetzt regelmäßig.

Was wir als Vermieter tun

Damit Sie in Ihrer Wohnung stets frisches, sauberes und hygienisch einwandfreies Wasser genießen können, führen wir regelmäßig Kontrollen und Wartungen durch:

Unsere Maßnahmen im Überblick:

Jährliche Wartung des Rückspülfilters im Keller:
Der Filter schützt die Hausinstallation vor Schmutzpartikeln aus dem öffentlichen Leitungsnetz.
Zwischenspülung durch unsere Hauswarte:
Unsere Hauswarte spülen den Rückspülfilter in regelmäßigen Abständen eigenständig, um eine gleichbleibende Wasserqualität zu sichern.
Legionellenprüfung alle drei Jahre:
In Zusammenarbeit mit einem anerkannten Labor wird das Warmwasser gemäß der Trinkwasserverordnung auf Legionellen überprüft.
Mit diesen Maßnahmen stellen wir sicher, dass das Wasser in unseren Gebäuden kontinuierlich überwacht, gepflegt und geprüft wird.

 
Was Mieter zusätzlich tun können

Auch Sie können etwas für die Wasserqualität in Ihrer Wohnung tun:

Lassen Sie kaltes Wasser kurz ablaufen, wenn es längere Zeit in der Leitung stand (z. B. nach Urlaub).
Reinigen Sie regelmäßig Perlatoren und Duschköpfe, um Ablagerungen zu vermeiden.
Wenn Sie möchten, können Sie zusätzliche Wasserfilter einsetzen.

Wichtig:

Haben Sie eine Spüle oder Küche, die vom Vermieter gestellt wurde, und möchten dort einen festen Filter einbauen, gilt das als bauliche Veränderung – bitte stellen Sie dazu einen schriftlichen Antrag.
Haben Sie eine eigene Küche eingebaut, benötigen Sie keine Genehmigung, sofern keine dauerhafte Veränderung an der Hausinstallation erfolgt.

Warum ein zusätzlicher Filter sinnvoll sein kann

Ein optionaler Filter kann sinnvoll sein, wenn Sie besonderen Wert auf Reinheit, Geschmack oder Sicherheit legen.
Er kann:

Rückstände aus älteren Leitungen reduzieren,
Kalkablagerungen verringern,
Geschmack und Geruch verbessern,
und feine Partikel oder Mikroschadstoffe herausfiltern.
Beliebte Systeme sind Aktivkohle- und Feinfilter, die leicht rückbaubar sind. Aufwendigere Anlagen (z. B. Umkehrosmose) sollten nur mit Genehmigung und fachgerechtem Einbau erfolgen.

 
Fazit

Das Berliner Trinkwasser zählt weiterhin zu den besten Deutschlands – es ist sauber, streng kontrolliert und gesundheitlich unbedenklich.
Die Diskussion um PFAS und Mikroschadstoffe zeigt aber, dass die Wasserqualität keine Selbstverständlichkeit ist und Aufmerksamkeit verdient.

Durch unsere regelmäßigen Wartungen und Prüfungen, und mit etwas Bewusstsein im Alltag, tragen wir gemeinsam dazu bei, dass das Wasser in unseren Häusern rein, sicher und lebenswert bleibt.

Denn Wasser ist Leben – und in Berlin kommt es direkt aus der Leitung. 💧

 
Quellen:

Berliner Wasserbetriebe (BWB), Qualitätsberichte 2025
Kompetenz Wasser Berlin (PFAS-Bericht 2024)
Constructor University Bremen (Gadolinium-Studie 2024)
Tagesspiegel, 2024: Ewigkeitschemikalien im Berliner Trinkwasser
CheckNatura Wasserqualität Berlin, 2025
Deutsche Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2023)
Bundesumweltministerium: PFAS-Faktenblatt 2024